Früher, noch vor einigen Jahren war es eher selten wenn jemand zwei oder mehr Hunde hatte.
Heutzutage wird dies immer häufiger.
Mehrhundehaltung ist was tolles, aber natürlich auch nur dann wenn sie einigermaßen reibungslos verläuft.
Bei der Auswahl des weiteren Hundes fängt es schon an. Hier zählt ab jetzt nicht mehr nur welchen Hund ich mir als Mensch in meinem Leben vorstellen kann. Mindestens genauso wichtig ist es nun, dass der neue Hund zum bereits vorhandenen Hund oder auch in die vorhandene Gruppe passt.
Wenn ich zum Beispiel einen alten Hund mit Rückenproblemen habe und dazu einen jungen, ungestümen, grenzenlosen Junghund adoptiere, kann das für den alten Hund eine ganz schöne Minderung der Lebensqualität sein. Auf der anderen Seite kann es für einen alten Hund aber auch nochmal spannend sein, wenn der Artgenosse wieder freudige Lebensenergie ins Haus bringt.
Leider gibt es viele Beispiele, wo schon von vornherein die Bedingungen nicht optimal sind.
Der eine Hund macht sich klar bemerkbar wenn's schief läuft, es gibt aber auch viele Hunde, die still vor sich hin leiden. Und hier bin ich als Mensch in der Pflicht wirklich genau hinzusehen und Lösungen zu schaffen.
Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr mit einem neuen Lebenspartner zwangsvergesellschaftet würdet?
Rüden oder Hündinnen? Oder lieber eine gemischte Gruppe? Wer sollte kastriert sein? Wer intakt? Was harmoniert besser? Weitere wichtige Fragen, die man sich vorab stellen sollte und für die es keine Pauschalantworten gibt.
Auch wird oft unterschätzt, dass sich unter den Hunden einiges abspielt und sich hier eine Rudeldynamik entwickeln kann. Hunde kommunizieren ebenfalls untereinander und spüren auch was in in den anderen Artgenossen vorgeht. Wenn s gut geht, geben die Hunde sich untereinander Sicherheit, toben zusammen, pflegen sich gegenseitig.
Es kann aber auch sein, dass ich plötzlich eine Gruppe pöbelnder Hunde an der Leine habe oder mehrere unsichere Hunde in der Ecke sitzen hab. Fiffy konnte doch immer super allein bleiben, nun klappt das nicht mehr?
Wie viele Themen dürfen die Hunde untereinander klären? Wann greif ich ein und kläre? Und wie tue ich dies fair?
Natürlich stelle ich als Mensch einiges an Regeln auf, aber einen kleinen Teil sollten die Hunde auch untereinander klären dürfen, denn spätestens wenn Mensch mal nicht zu Hause ist, sollte unter den Hunden auch Klarheit herrschen.
Wie oft höre ich den Satz "och ich dachte ich hole Fiffy noch einen Kumpel dazu, damit die zwei schön spielen können". Und die rosarote Wolke entpuppt sich in Wirklichkeit als Horrorsituation.
Ich persönlich bin ein großer Fan der Mehrhundehaltung, denn das was Hunde sich untereinander geben können und was Mensch an Kommunikation unter den Hunden beobachten und auch lernen kann, ist wirklich gold wert.
Aber es bringt auch eine Herausforderung mit sich eine Gruppe zu führen. Also überlegt im Vorfeld gut, ob das mit euch und eurem Leben vereinbar ist.